Unerfüllter Wunsch deutscher Journalisten: In Polen ist kein Kurswechsel in Sicht

Zu den markantesten Eigenschaften der wenigen Warschau-Korrespondenten, die zum „erlesenen“ Kreis gehören und sich hierzulande einvernehmlich den Ball zuspielen, gehört der unbedingte Wille zur Diffamierung der PiS-Regierung. Seit Jahren wird keine Gelegenheit ausgelassen, den polnischen Präsidenten, Regierungsparteichef oder Justizminister als hemmungslose „Despoten“ darzustellen. Es ist nicht auszuschließen, dass solche Erzählweisen von ideologischen Prämissen und politischen Zwängen diktiert werden. Nun wäre es naiv, zu glauben, dass die zunehmende Abhängigkeit der Medien von einflussreichen Konzernen und diversen „Förderern“ den Redakteuren deutscher Zeitungen einen unverstellten Blick oder mehr argumentative Handlungsmöglichkeiten garantieren wird. Auch künftig wird die Berichterstattung über Polen mit kuriosen Verdrängungsleistungen und Verfälschungen historisch verbürgter Fakten einhergehen. Die Möglichkeit, sich dagegen erfolgreich zur Wehr zu setzen, bleibt gering. Man kann jedoch versuchen, in die „weißen Flecken“ kleine Mosaiksteinchen zu legen und bestimmte Sachverhalte neu zu belichten.

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